ALTER BAHNHOF GÜSSING / GESCHICHTE


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Das zweigeschossige Gebäude war der Kopfbahnhof der 25 km langen Eisenbahnlinie Güssing - Körmend, die von der privaten ungarischen Aktiengesellschaft „Körmend-Némethujvárer Lokalbahn-A.G.“ errichtet und nach einer 10-jährigen Bauzeit am 31. August 1899 eröffnet wurde. Betrieben wurde die eingleisige Strecke von den ungarischen Staatsbahnen. Die Eisenbahnlinie diente sowohl dem Personenverkehr als auch dem Güterverkehr, vor allem dem Transport von Holz nach Ungarn, das als Grubenholz für Kohlebergwerke benötigt wurde. Neben der Bahnstation Güssing befand sich der betriebseigene Lagerplatz der „Ungarischen Allgemeinen Kolhlenbergbau-A.G., Güssinger Holzgewinnung Tatabánya“ und auf dem Terrain neben der Stremtalstrasse das Sägewerk „Schmergel und Cohn“.
Im Jahre 1921, nach der Eingliederung des Gebietes in die Republik Österreich, wurde die 10 km lange Teilstrecke Güssing bis zur Staatsgrenze bei Strem an die österreichische Bundesbahnverwaltung übergeben. 1921 bis 1925 befand sich auf dem Bahnhof zusätzlich ein Gendarmerieposten.
Während auf der ungarischen Seite die Bahnlinie mit dem gesamten ungarischen Bahnnetz verbunden war, scheiterte eine solche Anbindung an das österreichiche Bahnnetz trotz zahlreicher Planungen. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und der Errichtung des Eisernen Vorhangs wurde die Bahnlinie stillgelegt. Ab 1961 begann man mit dem Abtragen und dem Verkauf der Schienen und Schwellen. Die heutige Bundesstrasse B56 verläuft teilweise neben den mit Bäumen und Sträuchern völlig überwucherten Überresten des Bahndamms, und teilweise auf dem ehemaligen Bahndamm. Mehrere Durchlässe und eine Brücke sind noch erhalten.

Im Erdgeschoss des Stationsgebäudes befand sich die Eingangshalle, die Wartezimmer der I., II. und III. Klasse und das Dienstzimmer des Stationsvorstandes sowie des Fahrdienstleiters. Im Obergeschoss befand sich die Wohnung des Bahnhofsvorstandes.

Aufnahmen aus dem Jahr 1989:
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Danach wurde vom Vorbesitzer ein Umbau begonnen und wieder untergebrochen.
Aufnahmen aus dem Jahr 1995.
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Im Jahr 1997 stand noch westlich des Bahnhofs zwischen der Bahnhofstrasse und der Weidengasse der alte Lokschuppen.
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